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ATV Die Reportage

Die Blumen des Gemeindebaus

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Der Gemeindebau wird geprägt durch seine Bewohner: Menschen mit großartigen Geschichten – jede davon auf ihre Art und Weise einzigartig, skurril, witzig, tragisch-komisch. Der Gemeindebau in Wien ist längst nicht mehr das Sinnbild für das Proletariat. Es hat sich ein neuer Trend entwickelt, denn mittlerweile ist es für alle Gesellschaftsschichten chic hier sein zu Hause zu haben, immerhin leben 60% aller Wiener in Gemeindebauten oder geförderten Wohnungen. ATV die Reportage portraitiert Menschen, die im Wiener Gemeindebau leben und sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzen. Sie helfen ihren Nachbarn, tragen dazu bei, dass sich neu hinzugezogene Mieter nicht lange fremd fühlen. Die „Blumen des Gemeindebaus“ wollen, dass ihr Grätzel, ihr Viertel zu einer offenen, toleranten und liebenswerten Heimat für alle Menschen wird. Brigitte Röhrenbacher kümmert sich in der Großfeldsiedlung im 21. Bezirk um die Kinder in ihrem Gemeindebau. Sie selbst hatte eine arme Kindheit, deshalb will sie ihren „100 Kindern“, wie sie sagt, ein schöneres Aufwachsen ermöglichen. Regelmäßig veranstaltet die Wienerin Spiele-Nachmittage mit den Kids, organisiert Theaterbesuche oder bemalt mit den Kindern die grauen Pflanzen-Tröge im Hof. Eine Stiege weiter ist Doris Brunner zu Hause. Von ihren Nachbarn wird sie liebevoll „Mama“ genannt – sie versorgt ihr Umfeld mit Köstlichkeiten aus der österreichischen oder türkischen Küche. Oft kommt es vor, dass Doris mit einem Liptauer bewaffnet in den Hof geht und dort für alle Brote schmiert. Erwin Steinhauser aus der Wehlistraße ist weit über den Gemeindebau hinaus bekannt. Er ist nicht nur DER Samurai aus Margareten, sondern auch der einzige Österreicher, der die Prüfung "Mokuroku" bestehen konnte – danach darf man sich „Samurai“ nennen. Er liebt die asiatische Kampfkunst und Philosophie, hat schon zwei Bücher dazu geschrieben. Im Alter ist es ihm am Wichtigsten, sein Wissen an die jüngere Generation weiter zugeben. Regelmäßig trainiert er im Hof mit seinen Schülern, aber auch mit Interessierten aus dem Gemeindebau den richtigen und sicheren Umgang mit der japanischen Waffe. Im Wrba-Hof im 23. Wiener Bezirk wohnt Elvira Förster. Sie betreibt mit anderen Bewohnern einen „Tauschladen“ – CDs, DVDs, Spielsachen und Kleidung wechseln hier ihren Besitzer. Ein fast 90 jähriger Bewohner der Siedlung kommt oft in den Tauschladen. Das Tauschen ist dabei nebensächlich, er will mit den Nachbarn tratschen und vor allem seine Fans mit seinen Gesangskünsten beglücken: Diesmal ist es ein Liebeslied, dass er vor Jahrzehnten für seine große Liebe geschrieben hat.

Reportage | A 2015