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ATV Die Reportage

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Dicke Kinder im Ferienlager

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.Abspecken in den Ferien: Tausche Pommes und Cola gegen Wasser und Obst. Übergewichtige Kids im mühsamen Kampf gegen die raufgefutterten Kilos. "Blaade Sau, Bummerl, Dickerl" - ständig hören Verena, Manuel, Denise und Alexander solche Schimpfwörter in der Schule. Die Jugendlichen reagieren auf die Hänselungen mit Aggression, Wut und Verzweiflung. Und oft wird nach solchen Beleidigungen erst recht der Kühlschrank geplündert. Und irgendwann zeigt die Waage mehr als 100 Kilo an. Die Situation für Österreichs Kindern und Jugendlichen ist dramatisch: Bereits ein Viertel der Kinder ist übergewichtig. Einige Eltern ziehen spät, aber doch die Notbremse - und schicken ihre Kinder zum Abspecken - ausgerechnet in den Ferien. 3 Wochen lang dauert das Diätcamp der Jugend- und Familiengästehäuser im steirischen Murau. Das Programm: 3 Wochen lang Sport, Sport und noch mal Sport - gepaart mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung sowie psychologischer Betreuung. Die 12jährige Verena aus Korneuburg wird gegen ihren Willen ins Camp gesteckt. Verenas Mutter Silvia - ebenfalls übergewichtig - hat durch ein Magenband ihr Gewicht bereits um 50 kg reduziert. Bei ihrer Tochter soll ein Diätcamp helfen. Und das nicht nur für 3, sondern gleich für 6 Wochen. Die Schülerin hat einen Bodymass -Index von über 50. Als Übergewicht gelten bereits Werte ab 25 aufwärts. Verena reagiert auf die Strafversetzung ins Camp mit Bewegungsverweigerung. Bei jedem Wandertag und jedem Spaziergang streikt sie. Doch die Betreuer haben den längeren Atem. Manuel aus Tirol plündert heimlich zu Hause immer wieder den Kühlschrank. Allein im letzten Jahr hat der 13jährige 10 Kilo zugenommen. Die ersten 2 Wochen im Camp meistert Manuel bravourös: Es purzeln die Kilos. Doch dann kommt der Elternbesuchstag, und der erste Weg führt direkt ins Gasthaus. Manuels Bestellung: gebackenes Fischfilet. Der 11jährige Alexander will nach 2 Wochen partout nicht mehr im Camp bleiben, er fühlt sich von einer Betreuerin ungerecht behandelt. Mit Tränen versucht er, bei seiner Mutter Mitleid zu haschen. Der Weinkrampf verfehlt seine Wirkung nicht. Allerdings nicht bei der Mutter - sondern bei Alexanders Leidensgenossen: Plötzlich will keines der Kids mehr im Camp bleiben. Alle haben die Nase voll von Wasser, Sport, gesunder Kost und Selbstkasteiung.

Reportage | A 2006

Nicht genug?