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Die Nacht in Wien, Graz und Linz

Folge 8

Die Nacht in Wien, Graz und Linz

Folge 8

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Im Vinzidorf in Graz kann von Nachtruhe keine Rede sein. Das Containerdorf bietet obdachlosen und alkoholkranken Männern eine Unterkunft und hilft ihnen, den Weg zurück ins Leben zu finden. Manfred Rupp ist der Leiter der sozialen Einrichtung und wirft tagsüber genauso wie nachts ein wachsames Auge auf die Männer. Nach Einbruch der Dunkelheit stellt er plötzlich fest, dass Robert, einer der Bewohner, abgängig ist. Sofort starten die anderen Männer eine Suchaktion um ihn zu finden. Sie vermuten, dass er einen Ausflug zur Tankstelle gemacht hat und am Heimweg gestürzt ist. Die Lebensgeschichten der meisten Vinzidorf-Bewohner sind mit traurigen Schicksalen verbunden. Der 45jährige Heli zum Beispiel war erfolgreicher Techniker, doch drei Todesfälle innerhalb der engsten Familie haben ihn derart aus der Bahn geworfen, dass er in die Alkoholsucht gerutscht ist. Lange Zeit hat er sich für seine Situation geschämt und deshalb sogar den Kontakt zu seinen Kindern abgebrochen. Doch jetzt will der Mann sein Leben wieder in den Griff bekommen, der regelmäßige Kontakt mit seiner Tochter und seinem Sohn sind dafür die ersten wichtigen Schritte. Im Linzer Schwulenlokal „Blue Heaven“ wird die Nacht zum Tag gemacht. Die Bar gibt es bereits seit 18 Jahren, mittlerweile ist es der letzte Szenetreff dieser Art in Linz – inklusive Dark Room. Laut Günter Reder, dem Besitzer des Lokals, wird diese Möglichkeit zum anonymen „Kennenlernen“ von den Gästen vor allem zu später Stunde gerne und häufig genützt. Kellner Markus versorgt die Nachtschwärmer vor oder nach dem Vergnügen mit Getränken. Er ist selbst homosexuell und bereits seit mehr als 20 Jahren in der Szene-Gastronomie tätig. Auch wenn er es genießt mit den Gästen im „Blue Heaven“ zu feiern und er hin und wieder eine flüchtige Bekanntschaft mit nach Hause nimmt, so muss er doch eingestehen, dass sein Privatleben massiv unter der Nachtarbeit leidet. Bereits mehrere seiner Beziehungen sind aus diesem Grund zerbrochen. Während sich die einen in den Nachtstunden amüsieren, wird bei den Männern vom Abschleppdienst in Wien fleißig gearbeitet. Fredi und Edin sind ein eingespieltes Team und auch wenn beide Quereinsteiger in dieser Branche sind, könnten sie sich mittlerweile keinen anderen Beruf mehr vorstellen. Auch in dieser Nacht warten wieder einige Einsätze auf die Abschlepper. Einem Autofahrer zum Beispiel ist es gelungen, sich auf dem großen Parkplatz einer Kartbahn genau auf den einzigen Platz zu stellen, auf dem Parken für Pkws verboten ist. Wirklich erschüttern kann Fredi und Edin jedoch nur noch wenig. Denn egal ob es sich um aggressive Anfeindungen oder skurrile Ausreden der Autobesitzer handelt – das Abschlepp-Duo erlebt das alles mehrmals täglich. In der Liste der komischen Ausreden ganz oben: ein Mann, der zum Falschparker wurde weil ihn seine Frau zu Hause schon dringend für eine „Leibesübung“ erwartet hat.

Reportage | A 2013

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