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Freie Liebe und verbotene Liebe

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Freie Liebe und verbotene Liebe

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Der Mythos der Liebe als größter Zusammenhalt einer Gesellschaft hält sich seit Anbeginn der menschlichen Zeitrechnung. Doch was ist diese Liebe im Zeitalter der Globalisierung eigentlich? Was kann sie? Kulturell, historisch, traditionell steht diese Liebe für die größtmögliche Zuneigung des Menschen zu seinem Nächsten, ob lustvoll oder freundschaftlich. Überwindet nun dieses seltsame Ding Liebe wirklich soziale Gräben, rettet einen vor Krieg und Verzweiflung? Gerade zu einem Zeitpunkt, wo einen die globalisierte Welt zu noch mehr Wettbewerb und Egoismus erzieht. ATV - DIE REPORTAGE sucht und findet vier solcher Liebesgeschichten, wo Außenseiter in Österreich ihre Identität, ihr Glück und ihren Erfolg mit Herzensdingen finden und erkämpfen. Eine wahre Wohlfühl-Reportage. Agathe Lisa Schmitz ist Poly-Amoristen, eine Frau mit vielen Liebhabern, die noch dazu alle voneinander wissen und sich gegenseitig respektieren. Die ausländische Studentin Mitte 20 hat in Wien und darüber hinaus ihr eigenes Liebesnetzwerk aus mehreren Dutzend Herzenskontakten eingerichtet. Polyamorie als Liebe ohne Konkurrenz, ein Trend, der das 1960er Konzept der freien Liebe weiter entwickelt. In Kuschel-Events, an erotischen Stammtischen und in Schlüssel-Lokalen wie der Schwelle 7 treffen sich die Multi-Lover. Wir begleiten Agathe an einem großen Tag zum Poly-Picknick und zum privaten Ritual des Playfightens, als sich einige ihrer Liebhaber erstmals kennen lernen. Und wir sehen, wie Liebe zu dritt, viert oder fünft auch gut gehen kann. Renata und Ervin Szabo sind eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die Österreich in den letzten Jahren bewegt hat. Die Lehrerin, eigentlich Sport-Trainerin, und ihr Schüler, die einander bedingungslos verfallen, sie damals 40 und er 13. Heute, sieben Jahre später, sind beide glücklich verheiratet und Eltern einer entzückenden kleinen Tochter. Die Gerichtsstrafe wegen Missbrauch eines Minderjährigen ist genauso Schnee von gestern wie die Ächtung durch Verwandte und Boulevard-Medien, auch wenn es finanziell noch schwer ist im neu begonnenen Leben zu zweit Fuß zu fassen. Severin Neira und Claire Hecher sind beide vom Down Syndrom betroffen. Und sie sind ein Liebespaar. Entgegen der Behinderung und der gesellschaftlichen Ausgrenzung haben beide mehrere Jobs, stehen im öffentlichen Leben und leben auch ihre Beziehung offen aus. Er arbeitet als Kürbiszüchter an der Universität für Bodenkultur und als Schlagzeuger bei der Rockband „Echt Stoak“. Sie ist Servierkraft bei einer Kaffeehauskette. Beide musizieren und tanzen aus Leidenschaft und als Hobby auf dem Weg zum Beruf. Beide wollen absehbar zusammen ziehen und Kinder haben. Christian Schreibmüller ist der rotweißrote Methusalem der gelebten Erotik schlechthin. Egal ob SadoMaso, Schwulenkultur, Partnertausch und Bisexualität, er hat als Freigeist alles ausprobiert und mit der RosaLilaVilla und der Gassergasse als erstem Wiener Punker-Haus die Plätze dafür geschaffen. Mit sechsundsechzig Jahren schmeckt die Lust oftmals grau. Nicht aber bei Schreibmüller, der mit dem Erotik Slam einen eigenen Amateur-Performance-Abend geschaffen hat, bei dem Mann und Frau ihre intimsten Phantasien und Wünsche in Gedichtform auf die Bühne bringen können.

Reportage | A 2014