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Das Leben und seine Geschichten

ATV Die Reportage zeigt gründlich recherchierte Storys und packende Schicksale. Das thematische Spektrum umfasst alle Aspekte des Alltags.

Außergewöhnliche Geschichten werden seriös und sensibel erzählt. Dabei wird großen Wert auf authentische Darstellung aller Themen gelegt.

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MO, 06.06. | 21:20 Uhr

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Hausbesetzer

Mit der Losung „Freiheit für den Burggarten“ forderten Ende der 1970 er Jahre alternative AktivistInnen in Wien die Freigabe der Grünflächen des Burggartens als öffentlichen Erholungsraum. Dies war der Startschuss für den Beginn der Hausbesetzer Bewegung. In den meisten Fällen erfolgt sie gegen den Willen oder ohne Berücksichtigung des Willens des Eigentümers. Der dann vorliegende Rechtsbruch wird von den Besetzern bewusst in Kauf genommen. In Österreich gab es mit der Besetzung des inzwischen legalisierten Veranstaltungszentrums Arena in Wien durch Jugendliche in den 1970er-Jahren die erste große Besetzung. Ebenfalls in den 1970er-Jahren besetzten Anwohner des Spittelbergs aus Protest gegen Abrisspläne denkmalgeschützter Biedermeierhäuser. Am 12. August 1988 wurden die besetzten Häuser Aegidigasse und Spalovskigasse mit polizeilicher Gewalt geräumt. Dabei stieß die Polizei auf unerwartet heftigen Widerstand und zog nach mehreren Stunden ab. Am zweiten Tag gelang erst nach mühevoller Beseitigung teils brennender Barrikaden und durch Einsatz eines Baggers, der die Außenwände des Gebäudes einriss, das Haus zu räumen. Es gab dutzende Festnahmen. Der Film zeigt geheim gehaltenes Filmmaterial dieser Zeit lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und zeigt ungeschönt die Kämpfe zwischen der Polizei und den Hausbesetzern. Außerdem die spektakuläre Besetzung der sogenannten „Pizzeria Anarchia“ .Um einen Gerichtsbescheid zur Räumung eines Abbruchhauses durchzusetzen, rückt die Polizei mit 1.500 Beamten aus mehreren Bundesländern, sowie einem Polizeipanzer mit Räumschild, einem Wasserwerfer und einem Hubschrauber an. Die Räumungsaktion dauert einen Tag, 19 Hausbesetzer werden festgenommen. Die Aktivisten verschanzten sich im Haus und leisteten mit massiven Barrikaden Widerstand gegen die Räumung. Farbbeutel, faule Eier, Fäkalien und Flaschen werden auf die Polizisten geworfen. Die Räumung verursachte Kosten in der Höhe von 870.000 Euro. Die Dokumentation zeigt unveröffentlichte Aufnahmen, analysiert Polizeitaktiken und geht der Frage nach wie nachhaltig die anarchistischen Ideen unsere Gesellschaft verändert haben.

Reportage | A 2014