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ATV Aktuell Österreich Trend

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Wir haben die Fakten

ATV Aktuell präsentiert den ATV Österreich Trend, eine periodische, vierteljährliche Meinungsumfrage zu politischen und wirtschaftlichen Themen. Die Umfrage wird in Kooperation mit Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführt und soll dazu dienen, aktuelle Meinungen erfassen und künftig auch Trends ablesen zu können.

ATV Österreich Trend: Mehrheit befürwortet Obergrenzen, FPÖ im Aufwind

Meinungsforscher Hajek: „Wunsch und Wirklichkeit: Die Österreicher sind für Obergrenzen, bezweifeln aber Eindämmung des Flüchtlingsstroms"

Wie die ÖsterreicherInnen über die Themen Flüchtlinge und Obergrenze denken, beantwortet Meinungsforscher Peter Hajek im aktuellen „ATV Österreich Trend“: „Die Mehrheit ist beim Thema Flüchtlinge pessimistisch und spricht sich für Obergrenzen aus.“ Diese Themen bestimmen auch den öffentlichen Diskurs und verhelfen der FPÖ in der Sonntagsfrage zur Nationalratswahl zu Platz eins.

Wenn die Österreicherinnen und Österreicher in die Zukunft blicken, sehen sie die Flüchtlingsthematik eher mit Pessimismus. Kein Wunder, zeigt doch sowohl die nationale als auch die europäische Politik ein Bild der Ratlosigkeit“, so Meinungsforscher Hajek. Lediglich die Wählerschaft der Grünen ist knapp mehrheitlich optimistisch beim Thema. Optimistischer als der Durchschnitt der Befragten sind zudem Unter-30-Jährige und höhere Bildungsschichten.

Die derzeit diskutierte Obergrenze für Flüchtlinge wird von einer Mehrheit der Bevölkerung goutiert. Vor allem Über-50-Jährige, niedrige Bildungsschichten und FPÖ-WählerInnen sprechen sich für die Maßnahme aus. Interessant ist für Hajek jedoch, „dass sich gleichzeitig eine Mehrheit der Bevölkerung nicht erwartet, dass die Obergrenze den Zustrom von Flüchtlingen merkbar absenken wird. Sogar die Befürworter der Obergrenze sind mehr als skeptisch. Man sieht die Obergrenze also eher als einen Schritt in diese Richtung, denn als Lösung."

Wäre diesen Sonntag Nationalratswahl, stünde die freiheitliche Partei an erster Stelle. "Seit der letzten Umfrage im Juni 2015 ist die FPÖ vor dem Hintergrund des Flüchtlingsthemas im Aufwind“, bestätigt Hajek. „Ob man einen Kanzler Strache angeloben würde, spaltet ja auch im Bundespräsidentenwahlkampf die Wähler." Dabei sei es jedoch schwierig zu beurteilen, wie aussagekräftig der erste Platz der FPÖ in den derzeitigen Umfragen sei. Denn bis dato konnte die Partei Platz 1 bei einer Bundeswahl noch nie tatsächlich erringen. Die Gründe dafür sieht Hajek unter anderem in der Gegenmobilisierung: „Wie man am Beispiel der Landtagswahl in Wien sehen konnte, kann eine Mobilisierung „gegen Rechts" etwas bewirken. Ob dieses Argument aber erneut funktionieren kann, sei dahingestellt."

Blick in die Zukunft beim Thema Flüchtlinge
Bevölkerung: 5% sehr optimistisch, 23% eher optimistisch, 39% eher pessimistisch, 30% sehr pessimistisch, 3% weiß nicht/k.A.
SPÖ-WählerInnen: 3% sehr optimistisch, 28% eher optimistisch, 45% eher pessimistisch, 21% sehr pessimistisch, 3% weiß nicht/k.A.
ÖVP-WählerInnen: 3% sehr optimistisch, 30% eher optimistisch, 45% eher pessimistisch, 22% sehr pessimistisch, 1% weiß nicht/k.A.
FPÖ-WählerInnen: 4% sehr optimistisch, 4% eher optimistisch, 31% eher pessimistisch, 61% sehr pessimistisch, 0% weiß nicht/k.A.
Grün-WählerInnen: 9% sehr optimistisch, 43% eher optimistisch, 33% eher pessimistisch, 10% sehr pessimistisch, 5% weiß nicht/k.A.

Einstellung zu Obergrenze für Flüchtlinge
Bevölkerung: 42% sehr dafür, 24% eher dafür, 18% eher dagegen, 11% sehr dagegen, 5% weiß nicht/k.A.
SPÖ-WählerInnen: 36% sehr dafür, 29% eher dafür, 23% eher dagegen, 11% sehr dagegen, 1% weiß nicht/k.A.
ÖVP-WählerInnen: 42% sehr dafür, 27% eher dafür, 26% eher dagegen, 4% sehr dagegen, 2% weiß nicht/k.A.
FPÖ-WählerInnen: 69% sehr dafür, 19% eher dafür, 4% eher dagegen, 6% sehr dagegen, 1% weiß nicht/k.A.
Grün-WählerInnen: 12% sehr dafür, 9% eher dafür, 32% eher dagegen, 34% sehr dagegen, 12% weiß nicht/k.A.

Wird Obergrenze Zustrom von Flüchtlingen merkbar senken?
Bevölkerung: 4% ja, ganz sicher, 26% eher ja, 37% eher nein, 27% nein, ganz sicher nicht, 5% weiß nicht/k.A.
SPÖ-WählerInnen: 5% ja, ganz sicher, 30% eher ja, 43% eher nein, 21% nein, ganz sicher nicht, 2% weiß nicht/k.A.
ÖVP-WählerInnen: 9% ja, ganz sicher, 35% eher ja, 38% eher nein, 16% nein, ganz sicher nicht, 3% weiß nicht/k.A.
FPÖ-WählerInnen: 4% ja, ganz sicher, 25% eher ja, 32% eher nein, 38% nein, ganz sicher nicht, 0% weiß nicht/k.A.
Grün-WählerInnen: 0% ja, ganz sicher, 24% eher ja, 36% eher nein, 33% nein, ganz sicher nicht, 7% weiß nicht/k.A.

Sonntagsfrage Nationalratswahl im Detail:
FPÖ 31% (ATV Österreich Trend Juni 2015: 28%), ÖVP 25% (25%), SPÖ 23% (23%), Grüne 12% (15%), NEOS 6% (6%), Stronach 1% (1%).

ATV Österreich Trend zur Bundespräsidentschaftswahl: Van der Bellen hat beste Chance auf Stichwahl

Meinungsforscher Hajek: „Geringer Mobilisierungsgrad - Noch ist alles offen“

Weniger als drei Monate vor der Wahl zum höchstem Amt im Staat ist noch alles offen. Meinungsforscher Peter Hajek befragte im Auftrag von ATV die Wahlbevölkerung: „Derzeit wissen erst 63% der Menschen, dass sie am 24. April ganz sicher wählen gehen werden. Zudem ist nur die Hälfte der Befragten auch sicher, ihren derzeitigen Favoriten auch tatsächlich zu wählen. Diese geringe Wahlmobilisierung lässt derzeit das Rennen um die Hofburg noch offen.“ Hajeks derzeitige Hochschätzung sieht dennoch einen deutlichen Trend: „Im Moment hat Alexander Van der Bellen die besten Chancen, in die Stichwahl zu kommen.“

Hajek warnt jedoch vor frühzeitigen Schlüssen: „Alle hinter Van der Bellen platzierten Kandidaten liegen innerhalb der Schwankungsbreite.“ Mit 29% liegt der ehemalige Bundesprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, auf Platz 1. Mit deutlichem Abstand liegt FPÖ-Kandidat Hofer an zweiter Stelle, dicht gefolgt von Irmgard Griss (18%) und Andreas Khol (17%). Mit 15% ist Rudolf Hundstorfer (SPÖ) der fünfte Kandidat, der eine realistische Chance auf den Einzug ins Finale hat.

Leichte Verschiebungen würde ein Antreten von Richard Lugner mit sich bringen. Der Unternehmer kommt in der aktuellen Hochschätzung auf 3% und würde seine Stimmen in erster Linie von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer abziehen.

Auch bei der Stichwahl hätte Van der Bellen in fast allen Varianten die Nase vorne: Lediglich im Duell mit Irmgard Griss gibt es einen Gleichstand. Gegenüber Hundstorfer hat Van der Bellen 6 Prozentpunkte Vorsprung, gegenüber Kohl 7 Prozentpunkte. Ein Match mit dem blauen Kandidaten würde der Grüne sogar mit 12 Punkten Vorsprung für sich entscheiden. Irmgard Griss würde in der Stichwahl lediglich beim Antritt gegen Rudolf Hundstofer Siegeschancen haben, wenn auch knappe. Der Sozialdemokrat wiederum könnte nur gegen ÖVP-Kandidat Khol reüssieren. Für alle Duelle – außer Van der Bellen gegen Hofer - gilt: „too close to call“, da die Unterschiede statistisch nicht signifikant sind.

Sonntagsfrage Bundespräsidentschaftswahl im Detail: 
Van der Bellen 29%, Hofer 20%, Griss 18%, Khol 17%, Hundstorfer 15%.

Sonntagsfrage Bundespräsidentschaftswahl im Detail mit Lugner:
Van der Bellen 29%, Hofer 18%, Griss 17%, Khol 17%, Hundstorfer 15%, Lugner 3%.

Stichwahl Bundespräsidentschaftswahl im Detail:
Khol – Hundstorfer: 29% - 34%

Khol – Van der Bellen: 30% - 37%

Hundstorfer – Van der Bellen: 28% - 34%

Griss – Van der Bellen: 32% - 32%

Griss – Hundstorfer: 34% - 32%

Hofer – Van der Bellen: 27% - 39%

Sonntagsfrage Nationalratswahl im Detail:
FPÖ 31% (ATV Österreich Trend Juni 2015: 28%), ÖVP 25% (25%), SPÖ 23% (23%), Grüne 12% (15%), NEOS 6% (6%), Stronach 1% (1%).